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Der Endverbraucher zahlt alles

- ein Nachweis -

Axel Grimm, März.2006


Sehr viele Menschen sind davon überzeugt, das Unternehmen Steuern, Zinsen und Abgaben bezahlen. Das scheint auf den ersten Eindruck durchaus richtig zu sein, ist es jedoch nicht.
Ist mit bezahlen die reine Überweisung eines Betrages an eine öffentliche Einrichtung oder ein Geldinstitut gemeint, dann stimmt diese Aussage noch, doch von wem stammt eigentlich das Geld dazu?
Zum Nachweis, das Unternehmen keine Steuern, Zinsen und Abgaben bezahlen, sondern nur weiterleiten, betrachten wir doch einfach mal folgende Zusammenhänge und Zahlungsströme.

Was ist einem Preis enthalten?

Die Zusammensetzung hängt von der Art der "Ware" ab. In einer Dienstleistung sind die Materialkosten sehr gering oder gar nicht vorhanden. Bei Mieten sind kaum Lohnanteile enthalten. Zahlt ein Unternehmen vorübergehend keine Steuern, dann fehlen die Steueranteile. Die Zusammensetzung eines Preises kann jeweils sehr unterschiedlich sein

Warum fehlen die Rohstoffkosten?

Rohstoffkosten im eigentlichen Sinn existieren nicht!
Die Natur stellt keine Rechnung. Das wird verständlicher, wenn zwei Beispiele betrachtet werden. Nahrungsmittel: Der Weizen oder die Karotten wachsen aus der Saat von ganz alleine. Alles was zu tun ist, ist Arbeit zu verrichten, um in einer geeigneten Umgebung eine Saat auszubringen, diese in der Zeit zu pflegen und danach zu ernten. Es fließen nur Arbeit und Kapitalkosten (falls der Maschinenpark noch nicht bezahlt war) ein.
Stahl: Der Rohstoff Eisenerz stellt keine Rechnung. Nur die Aufwände für die Gewinnung mit Maschinen und Arbeit werden in Rechnung gestellt.

Unternehmen zahlen keine Steuern

Die Mehrwertsteuer zahlt der Endverbraucher. Das wird auch von niemanden in Frage gestellt. Auch die Betriebswirtschaftslehre zeigt jedem Studenten in einem eigenem Kapitel, wie die MWST vom Ursprung bis zum Endverbraucher immer wieder ersetzt wird und nur der letzte Käufer diese vollständig bezahlt.
Der Händler oder das Unternehmen, was den letzten Käufer bedient hat, hat eine Art Inkassofunktion.

Die Mehrwertsteuer zahlt der Endverbraucher. Das ist zumindest erst mal unstrittig.

Die Unternehmenssteuern wie z.B. Körperschaftssteuer und Gewerbesteuer werden zunächst erst mal durch eine Unternehmung bezahlt. Doch stellt sich auch hier die Frage, woher kommt denn das Geld dazu. Natürlich werden manche Steuerarten nur bezahlt, wenn auch ein Gewinn vorliegt, doch das ändert nichts an der Tatsache, das die Zahlung nur aus den jeweiligen Einnahmen getätigt werden kann.

Manchmal ist es so, das ein Unternehmen ernorme Gewinne ausweisen kann und dennoch keine Steuern abführt. Das liegt daran, das es 2 Abrechnungen gibt, eine betriebswirtschaftliche und eine für die Steuer.
Werden in einer oder mehreren Perioden keine Steuern seitens der Unternehmung abgeführt, dann sind natürlich auch keine Steueranteile des zuletzt beteiligten Unternehmens in den Warenpreisen enthalten.

Wenn aber Steuern zu zahlen sind, wie es bei fast allen mittelständischen Unternehmen an der Tagesordnung ist, dann werden die Steuern aus den Einnahmen bestritten. Die Einahmen stammen von den Kunden. Die Kunden sind direkte Endverbraucher oder manchmal noch ein weiteres Unternehmen. In diesem Fall werden die Steuern über den Preis an das Folgeunternehmen in der Kette weitergereicht. Am Ende steht immer ein Endverbraucher. Damit stammen alle Steuern aus den Geldbeuteln der Endverbraucher.

Die Steueranteile im Preis summieren sich auf.

Unternehmen zahlen keine Zinsen

Gleiche Begründung wie bei den Steuern.

Jedes Unternehmen, ob Dienstleistung oder Prokuktion, das noch Schulden hat, zahlt Zinsen auf das geliehene Kapital. Die Zinsen können nur aus den Einnahmen geleistet werden. Die Einnahmen sind die Verkaufspreise der Waren. Somit zahlt am Ende der Endverbraucher alle Zinsen, die in einer Produktionskette anfallen.

Die Zinsen summieren sich im Preis auf.

Unternehmen zahlen kein Payback

Alle Paybackzahlungen sind den Warenpreisen zugeschlagen.

Die Rückzahlung an den Endverbraucher, der Paybackpunkte sammelt, ist jedoch deutlich weniger, als zunächst über die erhöhten Warenpreise an Payback abgeführt wird. Das ist leicht verständlich. Die Managergehälter von Payback, die Olympia- und WM-Werbung für Payback, als auch die Verwaltung und sonstigen Gehälter werden ja erst mal aus den Paybackeinnahmen abgezogen. Nur der Rest kann überhaupt wieder zurückfließen. Werden auch noch Gewinne an die Gesellschafter ausgeschüttet, so muss auch dieser Betrag noch von der Prämienmasse abgezogen werden.


Der Unterschied zwischen MWST und Zinsen/Steuern

Der MWST-Anteil ist wirklich nur anteilig. Das heißt, das die nur die letzte Preisdifferenz mit der MWST belegt wird. Der MWST-Anteil in den Endpreisen beträgt dann genau 16% (zumindest im Jahr 2005).

Die Zins- und Steueranteile werden von Stufe zu Stufe vollständig weitergegeben. Die Höhe der Zins- und Steueranteile sind unterschiedlich. So kann es sein, das tatsächlich eine Zwischenstufe wegen Schuldenfreiheit keine Zinsen weiterreicht, dafür in einer anderen Zwischenstufe aber ein z.B. 23%tigen Zinsanteil verrechnet werden muss. Das letzte Unternehmen reicht nur seinen Zins- und Steueranteil weiter. In der Summe ergeben sich im Jahr 2005 im Durchschnitt Zinsanteile von über 30% in den Waren.

Zusammenfassung

Bei der Versicherungssteuer ist es jedem klar, das diese Steuern durch den Versicherten (=Endverbraucher) bezahlt werden. Dieser Posten ist eigens auf der Rechnung aufgeführt. Die Versicherungsgesellschaft führt den Steuerbetrag dann an den Staat ab. Andere Steuerarten und Zinsanteile sind nicht explizit in einer Rechnung aufgelistet. Das ändert nichts an der Tatsache, das diese Beträge ebenfalls durch den Endverbraucher bezahlt werden und durch die Unternehmung dann abgeführt werden.
Auch wenn immer und überall verbreitet wird, das Unternehmen Steuern und Zinsen zahlen, werden diese bei einer Detailbetrachtung immer nur durch den Endverbraucher bezahlt. Es sind Bestandteile der Preise.

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Axel Grimm
Der Verfasser dieses Artikels

* 1963 im Ammerland, Niedersachsen